Als Fernleitungsnetzbetreiber liegt unser Anteil nochmals deutlich darunter: Gas Connect Austria verursachte 2022 rund 0,23 % der gesamten österreichischen Methanemissionen. Die Verlustrate unserer Anlagen betrug 2024 lediglich 0,009 % der transportierten Erdgasmenge und lag damit auf einem sehr niedrigen Niveau im europäischen Vergleich. Seit 2010 wurden Investitionen in Millionenhöhe gezielt in Maßnahmen zur Vermeidung und Reduktion von Methanemissionen getätigt.
Diese Ergebnisse beruhen auf langfristigen Investitionen in moderne Infrastruktur und klar geregelten technischen Standards. Zum Einsatz kommen unter anderem moderne Gasdetektions‑ und Lasermessverfahren, Fibre-Sensing‑Systeme, sowie Kontroll‑ und Instandhaltungsprogramme. Dadurch wird der ordnungsgemäße Zustand der Anlagen überwacht und wiederkehrend auf etwaige Undichtheiten geprüft. Dadurch können selbst kleinste Leckagen frühzeitig erkannt und behoben werden.
Ein zentrales Rahmenwerk für das Management von Methanemissionen ist die Oil and Gas Methane Partnership (OGMP 2.0), die von der EU ausdrücklich als internationaler Standard für hochwertige Messung, Berichterstattung, Verifikation und Emissionsreduktion anerkannt wird. OGMP ist eine von den Vereinten Nationen initiierte freiwillige Brancheninitiative, die auf messbasierte Emissionsdaten und Reduktionsmaßnahmen entlang der gesamten Gasinfrastruktur abzielt. Gas Connect Austria ist bereits seit 2020 Mitglied und berichtet seitdem nach dem OGMP‑Goldstandard, der höchsten Stufe dieses Rahmenwerks, welche höchste Anforderungen an Transparenz, Datenqualität und Vergleichbarkeit stellt.
Übergeordnetes Ziel der EU-Methanverordnung ist es Methanemissionen zu reduzieren. Um diesem Ziel wirksam nachzukommen, ist es jedoch entscheidend, unterschiedliche Anforderungen im Up-, Mid- und Downstreambereich vorzuschreiben. Fernleitungs‑ und Verteilnetze unterscheiden sich grundlegend von der vorgelagerten Gasförderung im Upstreambereich: Sie sind reguliert, verursachen sehr geringe Emissionen und unterliegen schon lange strengen, Prüf‑ und Sicherheitsstandards. Einheitliche Vorgaben ohne Differenzierung können daher hohen Aufwand erzeugen, ohne zwingend zusätzlichen klimarelevanten Nutzen zu bringen.
Die Erfahrungen beim Betrieb der Gasinfrastruktur zeigen, dass hohe technische Standards, wie sie im Rahmen von OGMP angewendet werden, bereits zu sehr niedrigsten Methanemissionen führen. Bei der Ausgestaltung und konkreten Umsetzung der zusätzlichen regulatorischen Anforderungen in Österreich sollte verhältnismäßig und kostenbewusst vorgegangen werden, sodass die Maßnahmen nicht noch mehr Netzkosten verursachen den der Beitrag zur Emissionsminderung ist sehr gering da österreichische Netzbetreiber bereits auf Goldstandard sind. So ließen sich Klimaschutzziele erreichen, ohne unnötige Mehrbelastungen für regulierte Infrastrukturbetreiber und letztlich für die Endverbraucher zu erzeugen.