Westroute sichert Österreichs Gasversorgung

In der laufenden Wintersaison – konkret im Zeitraum Oktober 2025 bis Ende Jänner 2026 - flossen 34 TWh von Deutschland nach Österreich – eine Versechsfachung der Gasflüsse gegenüber der Vorjahresperiode. Der West-Ost-Transport über die WAG entwickelte sich somit vom ergänzenden zum zentralen Versorgungsweg.
Zugleich festigte Österreich seine Rolle als zentrale Transitdrehscheibe für die CEE-Region. Von den auf der Fernleitung importierten Mengen wurden 42 % wieder exportiert, der Großteil nach Ungarn (29 %), der Rest nach Slowenien (8 %) und in die Slowakei (5 %).
Gasverbrauch deutlich über Vorjahresniveau
Der Gasverbrauch in Österreich lag 2025 mit rund 81 TWh um etwa 9 % höher als im Vorjahr. Besonders in den Monaten Februar 2025 (+46 %) und Oktober 2025 (+22 %) lag der Verbrauch deutlich höher verglichen mit dem jeweiligen Vorjahreswert. Auch der Absatz der hocheffizienten Gasheizungen stieg 2025 wieder um 10 %, wohingegen Wärmepumpen um 22 % weniger nachgefragt wurden. Damit bestätigt sich einmal mehr die wichtige Rolle von Erdgas insbesondere in den kälteren Monaten.
Speicherstände spiegeln hohen Verbrauch wider
Die Speicherstände lagen schon zu Beginn des Winters ca. 10 % unter dem Füllstand des letzten Jahres. Zum 22. Februar 2026 lag der durchschnittliche Speicherfüllstand in der betrachteten CEE-Region (Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Ukraine) bei rund 31 %. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von etwa 7 % und verdeutlicht die stärkere Inanspruchnahme der Speicher während der Wintermonate.
In Österreich betrug der Füllstand zum 22. Februar 2026 37 % und lag damit rund 28 % unter dem Vorjahreswert. Die höhere Entnahme ist Ausdruck der erhöhten Nachfrage und unterstreicht die Rolle der Speicher als saisonales Ausgleichsinstrument.
WAG Loop 1 erhöht Versorgungssicherheit
Die veränderten Gasströme zeigen es klar: Die West-Ost-Route über Österreich mit Baumgarten als Drehscheibe im Herzen Europas ist eine unentbehrliche Verbindung für die CEE-Region. Genau hier setzt Gas Connect Austria mit dem Projekt WAG Loop 1 an: ein 40-km-paralleler Strang der West-Austria-Gasleitung zwischen Oberkappel und Bad Leonfelden, wodurch die Transportkapazität aus Deutschland um rund 30 % (ca. 27 TWh jährlich) steigt. Dadurch steigt die Versorgungssicherheit in Österreich und der CEE-Region spürbar.
Im Hinblick auf die REPowerEU-Ziele der Kommission, die einen Ausstieg aus russischen Gasimporten vorsehen, gewinnt das Projekt umso mehr an Bedeutung für die Versorgung der Region. Gleichzeitig wird WAG Loop 1 wasserstofftauglich geplant und bildet so die Basis für zukünftigen H₂-Transport entlang der West-Ost-Route.
Die Region Tirol und Vorarlberg sind in dieser Betrachtung des Marktgebiets Ost nicht enthalten und werden seit jeher aus Deutschland versorgt.
