Studie des World Energy Council Austria bestätigt Bedeutung von Wasserstoff

Wasserstoff (H2) spielt bei der Erreichung der Klimaneutralität der EU und ihrer Mitgliedsländer eine wesentliche Rolle. Während in vielen Sektoren durch den Umbau des Stromsystems hin zu erneuerbaren Energiequellen die Treibhausgase verringert werden können, müssen für andere Sektoren alternative Lösungen gefunden werden. Industrielle Prozesse und Schwertransport sind beispielsweise ohne Wasserstoff bzw. Wasserstoff-Derivative kaum zu dekarbonisieren.
Obwohl die EU künftig die Eigenproduktion forcieren will, wird der Bedarf die Produktion übersteigen und der Import von Wasserstoff und Wasserstoff-Derivativen ist notwendig. Um diesen Import-Bedarf und potentielle Routen bzw. deren Transportmodi zu analysieren sowie mögliche Szenarien für den Verbrauch und die Produktion von dekarbonisiertem Wasserstoff in der EU in Einklang mit den Netto-Null-Treibhausgasemissionszielen zu bringen, hat die europäische Regionalgruppe des World Energy Council (WEC) gemeinsam mit dem Observatoire Mediterranéen de l’Energie (OME) eine Studie erstellt. Auch Gas Connect Austria hat bei dieser Studie im Vorfeld seine Expertise eingebracht.
Vorgestellt wurde die Studie in Österreich Ende November vom World Energy Council Austria (Österreichisches Nationalkomitee des Weltenergierates) bei einer Generalversammlung, die vom damaligen Staatssekretär im BMK und kürzlich zum Finanzminister angelobten Dr. Magnus Brunner eröffnet wurde.

Hohes Potential für Wasserstoff – Import nötig

Wasserstoff hat das Potenzial, nach Strom der zweitwichtigste Energieträger für die Dekarbonisierung des Energieverbrauchs in den Endverbrauchssektoren zu werden.
Die Studie zeigt, dass insbesondere in Sektoren, in denen Elektrifizierung schwer realisierbar sein wird, H2 zum Einsatz kommen soll. Das betrifft die Industrie, den Langestreckenmobilitätsbereich sowie den Energiebereich, denn Wasserstoff ist ideal als Langfristspeicher vom Sommer in den Winter. Der derzeitige Wasserstoffbedarf wird hauptsächlich durch graue Wasserstoffproduktion abgedeckt, also auf Basis fossiler Quellen erzeugt. Österreichs hoher Anteil an erneuerbaren Energien wie Wasserkraft kann bei der Umstellung auf grünen Wasserstoff helfen. Gleichzeitig werden aber für die Erreichung der Dekarbonisierungsziele hohe Importmengen notwendig sein.

Die Studie geht davon aus, dass die EU wahrscheinlich etwa die Hälfte der geschätzten 60 Millionen Tonnen dekarbonisierten Wasserstoffs und ihrer Derivate, die sie bis 2050 verbrauchen wird, aufgrund von Ressourcenbeschränkungen und technologischen Entscheidungen wird importieren müssen. Die Errichtung von strategischen Verbindungen zu wichtigen potenziellen Exportpartnern wird daher für die EU von entscheidender Bedeutung sein.

Die Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur spielt eine wichtige Rolle für Importe und die Entstehung eines Wasserstoff-Marktes. Weiters sind regulatorische Richtlinien entscheidend, damit die notwendigen Investitionen planungssicher getätigt werden. Nationale und EU-Gesetzgebung müssen für Investor:innen Klarheit und Transparenz innerhalb und außerhalb der EU schaffen. Wiederverwendete und neue Pipelines sind dabei eine kosteneffiziente Wahl für Wasserstoffimporte über Entfernungen von bis zu einigen tausend Kilometern – also der gesamte europäische Kontinentalbereich. Pipelines, Schiffsverkehr und Speicherung sind essentiell, um den Wasserstoff von den Produktions- zu den Verbrauchszentren zu bringen.  

Gas Connect Austria ist mit ihrer modernen Infrastruktur jederzeit bereit Transportmöglichkeiten für Wasserstoff zu schaffen und Österreich als zentrale Wasserstoff-Drehscheibe für Zentraleuropa zu etablieren. Schon jetzt kann in den Leitungen ein Anteil von bis zu vier Prozent gemeinsam mit Erdgas mittransportiert werden. Gas Connect Austria hat jahrzehntelange Erfahrung im Transport gasförmiger Energie und wird dieses umfassende Know-how für die schrittweise Transformation der Gasinfrastruktur hin zu erneuerbaren Gasen wie Wasserstoff nutzen.

Die gesamte Studie „Decarbonised hydrogen imports into the European Union: challenges and opportunities“ ist hier abrufbar.

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