Mit Hochdruck für mehr Wasserstoff – Status quo und Chancen

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Der Stoff aus dem die (Klima-)Träume sind, ist derzeit oftmals Wasserstoff. Bereits 2018 war Diskussionspunkt in der Politik Österreich zur „Wasserstoff-Nation Nr. 1“ zu machen, um die Ziele zur Dekarbonisierung zu erreichen. Wasserstoff hat, neben Ökostrom und Biomethan, tatsächlich enormes Potential für die Energiewende, doch seine Erzeugung durch Elektrolyse war bisher wirtschaftlich, wie auch ökologisch sehr ressourcenintensiv. Mit der Österreichischen Wasserstoffstrategie sollen Lösungen für die bestehenden Herausforderungen erarbeitet und in Folge dessen ein stärkerer Einsatz von Wasserstoff nicht nur wie bisher im Industriebereich, sondern auch im Verkehrs- und Raumwärmesektor und in der Stahlproduktion erreicht werden. Das Erdgasnetz spielt dabei eine bedeutende Rolle, kann es doch für Wasserstoff, der nicht unmittelbar nach der Herstellung eingesetzt wird, sowohl als Speicher als auch zu dessen Transport und Verteilung dienen.  Daher hat auch Gas Connect Austria seine langjährige Expertise und Erfahrung im Transport von Energie zur bis dato nicht veröffentlichten Wasserstoffstrategie eingebracht.

Positive Forschungsergebnisse
Österreich ist mit seinen Bemühungen für die Nutzung von Wasserstoff nicht allein: Ganz Europa denkt darüber nach, wie er sinnvoll und ressourcenschonend eingesetzt werden kann. In Deutschland haben die deutschen Verteilnetzbetreiber gemeinsam mit dem SVGW, der ÖVGW und dem Deutschen Brennstoff Institut (DBI) nun die Wasserstoffverträglichkeit von in der Gasversorgung eingesetzten Materialien und Produkten analysiert. In einem weiteren Projekt hat das DBI auch untersucht, ob eine Einspeisung von bis zu 10 Vol.-% Wasserstoff ins heimische Gasnetz umsetzbar wäre. Derzeit sind die Systeme auf maximal 4 % Wasserstoffanteil ausgelegt. Wird der Anteil erhöht, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Erdgasinfrastruktur, sondern auch auf die Geräte der Endverbraucher. Die Conclusio der Untersuchung war aber eindeutig: Die Einspeisung von 10 Vol.-% Wasserstoff für die häusliche Gasanwendung ist zulässig, ja, sogar höhere Werte wären teilweise möglich.

Regelungen vereinheitlichen und Transportsysteme aufrüsten
Damit die Energiewende mit Wasserstoff erfolgreich umgesetzt werden kann, muss aber noch an einigen Schrauben gedreht werden – die Forschung muss noch weiter intensiviert und auch einheitliche Regelungen müssen geschaffen werden. Als zentral gilt es, die Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff aufzurüsten und diese mit diversen Erzeugungsquellen (z.B. Power-to-Gas- oder Pyrolyse-Anlagen) sowie Speichern, Importeuren und auch Verbrauchern zu verbinden.

Als Netzbetreiber arbeitet Gas Connect Austria bereits seit 2019 intensiv daran, sein Netz und auch die Anlagen an den Standorten fit für Wasserstoff zu machen. Ein Transport von 4% Wasserstoff im Gasnetz von Gas Connect Austria ist technisch möglich. Dennoch sind dafür Investitionen von bis zu 6,4 Mio. Euro notwendig, um die peripheren Geräte umzustellen.

Gleichzeitig stehen wir über die ENTSOG mit den europäischen Fernleitungsnetzbetreibern in engem Austausch, um die Wasserstoffwirtschaft weiter voranzutreiben und arbeiten auch mit unseren Lieferanten daran, das System für einen erhöhten Wasserstoffanteil zu adjustieren.

Technologieneutrales Forschen ermöglichen
Testräume, sogenannte „Sandboxprojekte“, können dabei helfen, das Wissen und die Erfahrungen über einen höheren Wasserstoff-Einsatz weiter auszubauen. Damit wäre technologieneutrales Forschen möglich und auch Wasserstoff-Erzeugungsverfahren wie die Methan-Pyrolyse, die bisher noch in den Kinderschuhen steckt, könnten forciert werden. Befürworter dieser Technologie weisen darauf hin, dass dieses Verfahren weniger Energie als die Wasserelektrolyse benötigt – und dass bei diesem Prozess kein CO2 im Gegensatz zur herkömmlichen Dampf-Reformierung anfällt. Die Errichtung von systemdienlichen Power-to-Gas Anlagen, dort wo der Ausbau des Stromnetzes besonders kostenintensiv ist, wäre ein sinnvoller Ansatz hin zu einer effizienten systemintegrierten Energieversorgung der Zukunft. So könnte Wasserstoff den nötigen Antrieb bekommen, um einen nachhaltigen Beitrag für eine klimaneutrale Energiezukunft zu leisten und Österreich zur „Wasserstoff-Nation Nr. 1“ werden zu lassen.

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