Klimaneutrale (Wasserstoff-)Pläne für Erdgasdrehscheibe Baumgarten: Gas Connect Austria reicht Projekt als IPCEI ein

Gemeinsam mit der TAG GmbH betreibt Gas Connect Austria einen der größten Import- und Hauptverteilknoten für Gas in Europa. Der Fernleitungsnetzbetreiber möchte einen ambitionierten Beitrag zu den Plänen für die Klimaneutralität in Österreich und Europa leisten und hat darum ein Wasserstoff-Projekt als Important Project of Common European Interest (IPCEI) im Bundesministerium eingereicht, mit dem Baumgarten zur Wasserstoffdrehscheibe Europas umfunktioniert werden soll.

Das rund 900 km lange Erdgas-Hochdruckleitungsnetz von Gas Connect Austria sowie der Gasknoten Baumgarten sind seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil der Energieversorgung Österreichs und Europas. Die ambitionierten nationalen und europäischen Klimaziele erfordern ein rasches und koordiniertes Handeln auf allen Ebenen des Energiesektors. Gas Connect Austria will aktiv einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Energiezukunft und zur Klimaneutralität Österreichs leisten und hat daher im Rahmen der „Important Projects of Common European Interest (IPCEI)“ sein Wasserstoff-Projekt im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie am 20. November eingereicht.

Damit folgt Gas Connect Austria dem Aufruf des Ministeriums an österreichische Unternehmen, vielversprechende Innovationsprojekte und anwendungsnahe Industrieprojekte mit großer klima- und energiepolitischer Bedeutung in den Bereichen grüner Wasserstoffproduktion und -verwendung sowie der drastischen Reduktion der Treibhausgasemissionen der CO2-intensiven österreichischen Industrie einzureichen. Ziel des Wasserstoff-Projekts ist es, den bestehenden Gasknotenpunkt Baumgarten zu erweitern, sodass der Transport von Wasserstoff ermöglicht und die Wasserstoff-Versorgung wesentlicher Industriepunkte verbessert wird.

Gas Connect Austria unterstützt Österreich am Weg zur Wasserstoffnation Nr. 1

„Wir sind mit unserer Infrastruktur ein wichtiger Teil der Energiewende und wollen mit unserer Expertise und dem bestehenden Netz den Weg für mehr Wasserstoff ebnen. In unseren Leitungen kann nicht nur Erdgas transportiert werden, sie sind auch für die Einspeisung von erneuerbaren, grünen Gasen gut gerüstet. Unser bestehendes, gut ausgebautes Pipelinesystem mit Speicheranbindungen und Abzweigstationen sowie die Erfahrung mit Hochdruckgasanlagen und dem Transport über internationale Grenzen hinweg können dabei helfen, Österreich zur Wasserstoffnation Nummer 1 zu machen. Darum haben wir im Rahmen unseres eingereichten Projekts analysiert, wo ein Aus- oder Umbau erforderlich wäre, um ein gutes Versorgungsnetz mit Wasserstoff zu schaffen und den Aufbau eines Marktes zu unterstützen“, erklären die Geschäftsführer von Gas Connect Austria Harald Stindl und Stefan Wagenhofer.

Gas-Drehscheibe Baumgarten soll Wasserstoff-Knotenpunkt werden

Wasserstoff wird vielfach als der Energieträger der Zukunft bezeichnet. Damit Wasserstoff zu den Abnehmern wie etwa den energieintensiven Industriezweigen gelangt, muss ein entsprechendes Versorgungsnetz aufgebaut werden. Wasserstoff kann auf zwei Arten transportiert werden, entweder als Teil eines Gasgemischs in den bestehenden Gasleitungen oder in eigenen Wasserstoffpipelines. Das bestehende Gasnetz von Gas Connect Austria inklusive der Gas-Drehscheibe Baumgarten eignet sich hervorragend, um kurz- und mittelfristig Wasserstoff gemeinsam mit Erdgas in den Leitungen zu transportieren und langfristig bestehende Leitungen umzuwidmen oder auch neue Wasserstoffleitungen zu errichten.

Für die Beimischung und Einspeisung in den bestehenden Gasfluss sind der Bau von Mischvorrichtungen sogenannten Blendinganlagen und für die Entnahme wiederum De-Blendinganlagen notwendig. Im Wasserstoff-Projekt sind der Bau solcher Anlagen an strategisch wichtigen Abzweigungspunkten wie z.B. der Industriestadt Linz oder an der deutschen Grenze vorgesehen. So können in Linz die Schwermetall- und Chemieindustrie und in Deutschland etwa die Raffinerie Burghausen und das bayrische Chemiedreieck über Österreich mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei wird mit den deutschen Gas-Fernleitungsnetzbetreibern Open Grid Europe und bayernets zusammengearbeitet. An solchen strategischen Knotenpunkten sollen auch Anlagen zum Abfüllen von H2 in Bündeln für z.B. den Betrieb von Bussen und Autos etabliert werden.

Über eine weitere strategisch wichtige Gas-Achse zwischen Baumgarten und Tschechien soll kurz- und mittelfristig über Blending und De-Blending Wasserstoff kostengünstig zwischen beiden Ländern transportiert werden. Als weitere Umschlagspunkte für Wasserstoff sind nationale Einspeisepunkte für potenzielle Sektorkoppler und Häfen (z.B. der Hafen Lobau) inklusive Regasifizierungsanlagen und Mischvorrichtungen geplant. Anschlusspunkte für Power-to-Gas-Anlagen zur Umwandlung von Grünstrom in Wasserstoff, runden die Projektpläne rund um das Wasserstoff-Projekt ab.

Wichtiges Glied in der Kette

Ein Konsortium – bestehend aus Erzeugern, Technologiepartnern und Abnehmern für grünen Wasserstoff entwickelt derzeit das paneuropäische IPCEI-Projekt “Green Hydrogen @ Blue Danube”: Dabei geht es darum, eine europäische Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff zwischen Südost- und Mitteleuropa aufzubauen – von der erneuerbaren Produktion über den Transport bis hin zu den Abnehmern im Industrie- und Mobilitätsbereich. So könnten große Mengen grünen Wasserstoffs nach Österreich transportiert werden und Gas Connect Austria einen Beitrag zum pipelinegebundenen Transport, Blending und Deblending leisten.

Das Projekt unterstützt den Wandel von fossilen Energieträgern hin zur wasserstoffbasierten Industrie und ermöglicht in Österreich und Mitteleuropa große Mengen Wassersoff wirtschaftlich zu transportieren und kostengünstige Wasserstoffquellen zu erschließen. Das Projekt würde als Wasserstoff-Drehscheibe wesentlich zu einer sicheren und leistbaren Energieversorgung großer Teile Europas beitragen.

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