Gas Connect Austria am Salzburg Europe Summit: Corona-Krise beschleunigt und verzögert zugleich Klima-Bemühungen

Seit kurzem ist Gas Connect Austria stolzer Partner des Instituts der Regionen Europas (IRE), das Ende September den 16. Salzburg Europe Summit unter dem Titel „Europa, Solidarität und Frieden“ veranstaltet und dabei aktuelle Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben in Europa besprochen hat.

Zum Thema „Killt Corona den Green Deal?“ diskutierte unter anderen hochkarätigen Gästen Gas Connect Austria Geschäftsführer Harald Stindl am Podium und hat aus Sicht der Energiebranche Einschätzungen zum Green Deal und der zu bewältigenden Klimawende gegeben. Der Green Deal darf durch die aktuelle Corona-Krise nicht hintangestellt werden, sondern die wirtschaftlichen Hilfen sollten im Einklang mit den Klimazielen stehen – darüber waren sich alle Podiumsgäste einig.

Europa als (Klima-)Vorbild
Harald Stindl betonte, dass Europa für den Rest der Welt eine Vorbildfunktion habe und darum am Green Deal festhalten müsse. Die Zielvorgaben sollten für alle Länder klar festgelegt werden und das Investitionsvolumen dürfe nicht unterschätzt werden, denn um den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55% zu reduzieren, müsse die EU laut ihrem eigenen Impact Assessment jährlich zusätzlich etwa 100 Mrd. Euro in den Energiesektor investieren. Österreich z.B. habe im Jahr 2019 270 TWh an fossiler Energie verbraucht – wenn nunmehr 27 TWh bis 2030 durch erneuerbare Energien ersetzt werden können, so verbleiben noch 90%! Es brauche massive Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Klimawende vollziehen zu können. Bislang seien die neuen Technologien zu wenig effizient und zu teuer – als Beispiel: Das Gasnetz steht ganz besonders für die Versorgungssicherheit in Europa. Es schafft den saisonalen Ausgleich von erneuerbaren Energieträgern, die im Winter weniger effizient produzieren können. Gasförmig kann Energie um etwa 3 Euro pro Megawattstunde in der entsprechenden Infrastruktur (Gasspeicher) gespeichert werden, das ist vergleichsweise sehr günstig, denn mit einer Batterie liegen die Kosten der Speicherung derzeit bei 200 Euro pro Megawattstunde. All diese finanziellen Mittel sind angesichts der durch COVID-19 geschrumpften Budgetspielräume doppelt schwierig bereitzustellen.

Gasnetz bereit für Transformation
Die Gasleitungen sind zudem bereit für die Klimawende, denn in ihnen fließt, was die Energiekunden von Gas Connect Austria bestellen – egal, ob das nun Biogas, Wasserstoff oder herkömmliches Erdgas sei. Derzeit laufen interne Untersuchungen, die evaluieren sollen, wie viel Wasserstoff-Anteil in den bestehenden Leitungen fließen kann. Die Branche geht von 10 % aus, erste Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass sogar bis zu 20 % möglich seien – es brauche aber einheitliche gesetzliche Regelungen dafür.

Klimawendeziele Österreichs bis 2030 umsetzbar
Harald Stindl ist optimistisch bei der Frage „Werden wir in zehn Jahren unsere Klimaziele erreicht haben“. Es sei möglich, dass Österreich aus erneuerbaren Quellen, unter dem Einsatz neuer Technologien und innovativer Systeme 27 TWh Energie zusätzlich erzeuge. Ob die Europäische Union ihr Ziel (55 % weniger CO2-Emissionen bis 2030) schafft, hängt für Harald Stindl zum einen davon ab, wie viel wirtschaftlicher Gegendruck von den anderen Staaten wie den USA und China komme, aber auch, ob z.B. eine CO2-Steuer auf den Verbrauch eingeführt wird und wie diese umverteilt würde (Stichwort „Wir lassen niemanden zurück“).

Die Podiumsteilnehmer waren: Peter Giffinger, CEO Austria Saint-Gobain, Präsident respACT, Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Helga Kromp-Kolb, Klimaforscherin, Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der BOKU Wien, Michael Staudinger, Direktor ZAMG - Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Harald Stindl, Präsident Gas Transmission Europe (GTE), Geschäftsführer Gas Connect Austria, Michael Strugl, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender VERBUND AG. Moderiert wurde der Talk von Rainer Nowak, Chefredakteur Die Presse.

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