Projekt Steckbrief

Projektname

Bidirectional Austrian-Czech Interconnector (PCI 6.4)

 

Beschreibung

Der österreichische Fernleitungsnetzbetreiber Gas Connect Austria GmbH und der tschechische Fernleitungsnetzbetreiber NET4GAS, s.r.o. (Projektsponsoren) planen ihre Pipeline-Systeme zu verbinden und damit zusätzliche Transportmöglichkeiten zwischen dem tschechischen und dem österreichischen Virtuellen Handelspunkt (CEGH) zu schaffen. Die geplante Pipeline hat eine Länge von ca. 61km (49km in Österreich und 12km in Tschechien) und soll die Grenze in der Nähe von Reintal überqueren. Gas Connect Austria GmbH und NET4GAS, s.r.o. erstellten jeweils eine Machbarkeitsstudie gemäß ihres gemeinsamen TEN-E Antrages. Die derzeitige Planung sieht einen Transportstart für 2020 vor.

  • Am 21.10.2013 entschied die Europäische Kommission per Beschluss über die Gewährung eines Zuschusses der Europäischen Union für das Vorhaben von gemeinsamen Interesse „Studien in Bezug auf die erste direkte bidirektionale Verbindung zwischen der Tschechischen Republik und Österreich".
  • Im Oktober 2013 wurde dem Projekt BACI gem. Verordnung 347/2013 der Status „Project of Common Interest“ verliehen. Beide Fernleitungsnetzbetreiber haben das BACI Projekt auch für die 2. PCI Liste gemeldet. 
  • Das Projekt BACI ist in zwei Varianten als Projekt GCA 2014/03a (750.000 Nm³/h (0°C)) und Projekt GCA 2014/03b (1.480.000 Nm³/h (0°C)) im österreichischen Koordinierten Netzentwicklungsplan (KNEP) 2015-2024 inkludiert.
  • Zusätzlich wurde das Projekt BACI (750.000 – 1.480.000 Nm³/h (0°C)) im August 2014 erneut von beiden Fernleitungsnetzbetreibern in den TYNDP der ENTSOG eingebracht.
  • Der Fördervertrag hinsichtlich EU-Teilfinanzierung aus dem CEF Programm wurde im April 2015 unterzeichnet. 

 

Konzepte zur Marktverbindung

Basierend auf vorbereitenden Analysen der beiden Fernleitungsnetzbetreiber wurden zwei potenzielle Konzepte identifiziert um die beiden Märkte zu verbinden und um den Kunden zusätzliche Entry/Exit Dienstleistungen anbieten zu können.

Ein erstes mögliches Konzept stellt die Verbindung beider Märkte über den grenzquerenden Punkt Reintal an der österreichisch/tschechischen Grenze dar. Hierbei würde Entry/Exit Kapazität an diesem neuen Grenzpunkt angeboten werden (blauer Punkt/Linie).

Das zweite Konzept sieht die Möglichkeit vor, Entry Kapazitäten an bereits bestehenden (rote/grüne Punkte) und/oder an potenziell neuen Grenzpunkten (graue Punkte) in beiden Ländern zu buchen. Hierbei würde den Kunden die Möglichkeit geschaffen werden, zusätzlich zum jeweils nationalen Virtuellen Handelspunkt (VHP) auch den benachbarten VHP zur selben Zeit auf garantierter Basis zu erreichen. Des Weiteren würde diese erhöhte Flexibilität für beide Marktgebiete eine Drehscheibe darstellen, da die benachbarten Länder durch Kombination dieser neu geschaffenen Entry Kapazität mit jeglicher garantierter Exit Kapazität in einem der beiden Marktgebiete auf garantierter Basis zu erreichen wären.

 

 

 

Die Verbindung des österreichischen und tschechischen Marktgebiets bringt wichtige Vorteile für Marktteilnehmer:

 

Tiefere Marktintegration

Eine tiefere flexible Marktintegration basierend auf Markterfordernissen könnte maximale Möglichkeiten und Flexibilität für Netzbenutzer schaffen, die Märkte beider Länder Österreich und Tschechien stärken und attraktiver für Netzbenutzer machen. Der Zugang zu den virtuellen Handelspunkten in Österreich und Tschechien würde ermöglicht und ein erweiterter Hub, um benachbarte Länder zu erreichen, würde entwickelt werden.

Zusätzlich könnte eine tiefere Marktintegration zwischen Österreich und Tschechien ein wichtiger weiterer Schritt zur Umsetzung des zentralen Nord-Süd Korridors in Europa darstellen.

Die Attraktivität der Speicher in Österreich und Tschechien könnte durch die vertiefte Marktintegration noch interessanter für den Markt werden, es könnte zusätzlicher Mehrwert für bestehende und zukünftige Infrastruktur an den Grenzen der vertieften Marktintegration geschaffen werden und eine Diversifizierung der Transportrouten ermöglicht werden.

Eine vertiefte Marktintegration zwischen Österreich und Tschechien könnte neue Potenziale für die Vermarktung von Kapazitäten ermöglichen.

 

Versorgungssicherheit

Gas Connect Austria GmbH und NET4GAS, s.r.o. ermöglichen neben dem Gastransit zu benachbarten Ländern wie Deutschland, Ungarn, Italien, Frankreich, Slowenien, Kroatien, Slowakei und Polen auch den Gastransport für den Inlandsverbrauch. Die geplante grenzüberschreitende Kapazität schafft zusätzliche Möglichkeiten für den Transport zwischen dem österreichischen und tschechischen Marktgebieten und auch Möglichkeiten für den Transport von und zu angrenzenden Ländern. Damit wird der grenzüberschreitende Transit und der Zugang zu Märkten in der ganzen Region unterstützt und die Flexibilität durch die angebotenen Transportleistungen gesteigert. Zusätzlich wird die Versorgungssicherheit für Österreich und Tschechien durch die Verbindung der Märkte und den Zugang zu den Speichereinrichtungen erhöht. Dadurch wird auch die Versorgungssicherheit der angrenzenden Nachbarstaaten gesteigert.

 

Nord-Süd Korridors

Durch das Verbinden des tschechischen und polnischen Markts mit dem österreichischen Marktgebiet trägt BACI maßgeblich zur Implementierung des Nord-Süd Korridors und ermöglicht eine gesteigerte Marktintegration und Versorgungssicherheit auch für angrenzende Länder. BACI trägt zur Diversifikation der Gasversorgung bei, verbessert Transportmöglichkeiten zu und von den oben genannten Ländern und ermöglicht den Zugang zu neuen und bestehenden Handelsmärkten. BACI unterstützt die Marktintegration, den Wettbewerb und die Annäherung der Preise innerhalb Zentral- und Osteuropas.

 

Haftungsausschluss

Die hier veröffentlichte Information dient nur zu erklärenden Zwecken, aus welchen keinesfalls vertragliche Beziehungen zwischen NET4GAS, s.r.o. und Gas Connect Austria GmbH (oder jegliche ihrer verbunden Unternehmen) und Dritten entstehen.

 

EU Funding

2014 wurde dem Projekt eine Förderung des europäischen Connecting Europe Facility (CEF) program in der Höhe von 50% der Kosten anerkannt für die Erstellung der Dokumentation zur Vorbereitung eines Investitionsantrags.

Action 6.4-0055-CZAT-S-M-14 - Preparatory studies for the first bidirectional AT-CZ interconnection (known as BACI project)" is co-financed by the European Union's Connecting Europe Facility

Das Connecting Europe Facility (CEF) Programm ist eines der wichtigsten Programme im EU financial framework für die Jahre 2014 - 2020. Das Programm sieht die Vergabe von EU Finanzierungshilfen vor, um Projects of Common Interest (PCI) im Bereich Transport, Energie und Telekommunikationsinfrastruktur zu unterstützen. Weitere Informationen unter folgendem link.

Market Survey

Die Projektsponsoren GAS CONNECT AUSTRIA GmbH und N4G haben gemeinsam eine unverbindliche Kapazitätsbedarfserhebung im Zeitraum 07 Mai 2015 - 01 Juni 2015 durchgeführt.

Interessierte Marktteilnehmer hatten die Möglichkeit ihren unverbindlichen Kapazitätsbedarf zu übermitteln.

Die aggregierten Ergebnisse sind unterhalb angeführt:

 

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